Die Freilichtbühne

An der Nienburger Straße im Ortsteil Stöckse am Ortseingang aus Richtung Nienburg kommend findet sich eine von nur zwei Freilichtbühnen im gesamten Landkreis Nienburg; rund 20 gibt es landesweit in Niedersachsen. Seit 1950 wird in Stöckse jedes Jahr ein Theaterstück in plattdeutscher Sprache aufgeführt, zunächst noch an anderer Stelle. Am heutigen Standort, dem früheren Harms-Hof Nr. 11, wurde dann bald durch die freiwillige Hilfe vieler Stöckser die Bühne mit einem Zuschauerraum für 1.000 Gäste im Stil eines Amphitheaters errichtet. Seither wurde fortlaufend umgebaut. Aktuell besteht die Bühnenanlage der Freilichtbühne Stöckse aus zwei Bühnenhäusern, dem Aufenthalts- und Schminkraum, der Musikbude, dem Technikhaus (alles in Fachwerkbauweise), Verkaufsstand, Toiletten und Kissenhaus.

Die Bühne bildet neben den regulären Theateraufführungen regelmäßig die Kulisse für Live-Musikveranstaltungen sowie zu Himmelfahrt für den traditionellen Freiluft-Gottesdienst.

Die Freilichtbühne bildet den Rahmen für vielfältige kulturelle Veranstaltungen (Foto: Borsdorf).

 

Der Giebichenstein

Im Waldgebiet Krähe unweit des Stöckser Sees gelegen ist er neben dem Findling in Tonnenheide (NRW) der größte Findling in Norddeutschland: Mit seinen geschätzten 330 t Gewicht und Ausmaßen von 7,5 m Länge, 4,5 m Breite und 3,7 m Höhe (davon ein Meter im Boden) ist der Giebichenstein in Stöckse ein beeindruckender Landschaftsbestandteil. Mit der vorletzten Eiszeit vor etwa 200.000 Jahren wurde er von Skandinavien aus nach Süden geschoben und blieb schließlich in der „Krähe“ liegen, einem Waldgebiet zwischen Stöckse und der Kreisstadt Nienburg/Weser.

Wie viele Naturdenkmäler, so hat auch der Giebichenstein die Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Das lässt sich nicht nur an dem Großsteingrab in direkter Nachbarschaft des Granitfelsens ermessen, sondern auch an den Sagen, die sich um den Stein ranken. Derer gibt es im Fall des Findlings in Stöckse gleich mehrere. Meist drehen sie sich um Riesen und Zwerge. Ihre Entstehung ist wohl der heidnischen Götterverehrung der alten Germanen in heiligen Hainen zu verdanken, und auch am Giebichenstein wird ein solcher Götterhain gelegen haben. Die Sagen gehören damit zu den ältesten ihrer Gattung. Wie die Stöckser Chronik berichtet, konnten die älteren Stöckser davon noch nach 1900 erzählen, bevor die Geschichten aufgeschrieben wurden.

Seinen Namen hat der Stein einer Sage nach von dem gütigen Zwergenkönig Giebich, der im Wald am Giebichenstein seine Höhle hatte. Er verfügte über geheime Kräfte, mit denen er die Menschen an der Krähe, die Wölper und Stöckser, beschützte. Diese Kräfte spielen auch eine entscheidende Rolle in der wohl bekanntesten Sage um den Giebichenstein, die auf etwas phantastischere Weise erklärt, wie der Stein in die Krähe gelangte. Danach soll früher im Grinderwald nahe der Nachbargemeinde Linsburg der Riese Hans Loh gewohnt haben, der eines Tages seinen Bruder in Hämelsee hinter Heemsen besuchte. Auf der Rückreise wollte er in Wölpe einkehren, wo bereits Christen wohnten. Diese aber waren unfreundlich zu dem alten Heiden und wiesen ihn ab. „Das sollt ihr mir büßen”, sprach der Riese zornig und sann auf dem Weg durch die Krähe nach Hause darüber nach, wie er es den Wölpern heimzahlen könnte. In der Nähe seiner Wohnung im Grinderwald sah er schließlich ein Menge großer Steine. Den größten und schwersten davon packte er, schleuderte ihn mit Riesengewalt gen Wölpe und rief dabei:
Flüg hoch, flüg siet,
flüg öbern Stöckser Diek,
flüg annen Wölper Klocktorm!
Der gewaltige Granitblock sauste durch die Luft, verfolgt von den Blicken des Riesen. Zwergenkönig Giebich jedoch hatte Hans Lohs Rachepläne und dessen böse Worte gehört. Mit seiner geheimnisvollen Kraft lenkte er den Stein vom Kurs ab und zwang ihn zur Erde nieder. Vor ihm in der Krähe sauste der Steinblock mit solcher Gewalt hernieder, dass er sich tief in die Erde eingrub und nur der obere Teil sichtbar blieb. Dort liegt er noch heute.

 

Der Giebichenstein ist als großer Findling sagenumwoben (Fotos: ok, spr).

 

 

 

 



So schön ist Stöckse...

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Deshalb finden sich nachfolgend vielfältige Impressionen aus der Gemeinde. Vielleicht Grund genug, (einmal wieder) auf Entdeckungstour durch die Gemeinde aufzubrechen...

Stöckse aus der Vogelperspektive

Sporthalle und Schützenhaus vor dem Umbau/Anbau

Die 2020 erbaute Krippe von der Eingangs-...

...wie von der Rückseite aus gesehen.

Sonnenaufgang...

...in der Feldmark.

Frühlingserwachen,...

...Farbenpracht im Sommer...

...und Winterimpressionen...

in zauberhaftem weiß.

Winterzauber auf den Krähenmoorwiesen...

...und Wegen.

Die Natur geht mitunter erstaunliche Wege...

...wie hier in Stöckse an der Bushaltestelle Stöckse Ost.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete kennzeichnen die Gemeinde:

Hier das Naturschutzgebiet Krähenmoor von oben.

Hinweisschilder kennzeichnen die Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

Scottish Blackface-Schafe am Ortsrand.

Sonnenuntergang über dem Stöckser See.

Lichterspiel am Himmel.

Abendnebel über den Wiesen.

Ein Schattenspiel mit Pferden.

Sonnenuntergang über dem Krähenmoor.

Ein Feuerspektakel am Himmel (alle Fotos: spr).

Stöckse ganz vorne mit dabei - auf der Titelseite der Heimatzeitung vom 27.10.2022

 

 



Der Stöckser See

Der Stöckser See (Titelfoto oben) ist ein durch Ausbaggern angelegtes Gewässer in der Nähe des Giebichensteins. Ein Stöckser Zeitzeuge erinnerte sich nach Erscheinen des unten abgebildeten Presseberichts: Anfang der 1970er Jahre wollte ein zu der Zeit sehr umtriebiger örtlicher Bauunternehmer an dieser Stelle um einen See herum eine Ferienhaussiedlung bauen. Der See ist dann wie vorgesehen ausgeschoben worden, die Ferienhäuser wurden jedoch nicht genehmigt.

Landschaftlich reizvoll von Bäumen umgeben war der See Jahrzehnte lang im Sommer ein beliebtes Naherholungsziel für jung und alt. Nachdem die Niederschlagsmenge im letzten Jahrzehnt im Sommer von Jahr zu Jahr weniger geworden ist und vor allem aufgrund von mehreren extrem trockenen Sommern nacheinander in jüngster Zeit führt der Stöckser See so wenig Wasser wie nie zuvor. 

Die Lokalzeitung "Die Harke" hat darüber und über die Ursachen in der Ausgabe vom 2. Septermber 2022 auf der Titelseite und im Lokalteil umfangreich berichtet.

 

Das Kulturdenkmal Kartoffeldämpfanlage

Deutschlands einzige noch erhaltene und restaurierte Dämpfanlage steht in der Mitte Niedersachsens in der Gemeinde Stöckse. Seit Juni 2009 ist sie offizielles Kulturdenkmal.

In Deutschland gab es früher viele Anlagen dieser Art. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war es üblich, durch das „Dämpfen“, also das Garen von Kartoffeln in größeren Behältern stärkereiches Futter für die Schweinemast zu gewinnen. In den 1950er Jahren hatten viele kleine Höfe auf dem Land eigene kleine Kessel auf ihrer Diele, in denen sie ihre Futterkartoffeln kochten. Infolge des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Krieg und dem einhergehenden Aufschwung in der Landwirtschaft entstanden vielerorts ortsfeste Dämpfanlagen mit deutlich größerer Kapazität. Allein im Landkreis Nienburg waren mindestens sechs Anlagen in Betrieb.

Die Stöckser Anlage steht auf dem Kuhlmann-Hof an der Straße „Zum Heidberg“ im Ortsteil Stöckse. Sie ging 1962 in Betrieb und lief bis 1996 jeweils in der Kartoffelernte-Saison im Herbst. 2009/2010 wurde sie umfassend restauriert und ist seitdem als Denkmal landwirtschaftlicher Industriekultur in ihrer Funktionsweise für die Nachwelt erlebbar.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Fördervereins unter www.daempfanlage.de

 

Die Kartoffeldämpfanlage nach Abschluss der Restaurierung sowie der ehemals ölbefeuerte Dampfkessel (Fotos: spr).

 

 






Die Ahrbecker Bockwindmühle

Zur Geschichte der Ahrbecker Bockwindmühle an der Straße „Auf der Burg“ im Ortsteil Wenden sind nur relativ wenig Daten bekannt. Sie wurde 1870 in Wenden aufgebaut und ist zuerst in der Preußischen Landesaufnahme von 1898 verzeichnet. Es handelt sich jedoch vermutlich um eine der ältesten erhaltenen Windmühlen in Niedersachsen. Erwiesen ist, dass sie umgesetzt und nicht neu gebaut worden ist. Der mündlich überlieferte ehemalige Standort „Rheinland“ ist durch eine dendrochronologische Untersuchung widerlegt, da in dieser nachgewiesen wurde, dass die wichtigsten konstruktiven Hölzer des Mühlenkastens – Eckstiele und Kopfbänder – einheitlich 1666 geschlagen worden sind und aus hiesiger Region stammen. Das im Hammer angegebene Datum 1681 ist wahrscheinlich das Baujahr der Mühle. Das besondere an der Mühle: Sie ist mit drei Mahlgängen ausgerüstet ist, dem großen und kleinen Mahlgang sowie einem Graupengang. Der Müller Heinrich Ahrbecker betrieb die Bockwindmühle bis 1929. Die Restaurierung der Bockwindmühle wurde 2005 abgeschlossen. Die Mühle ist als Kulturdenkmal anerkannt.

Die Ahrbecker Bockwindmühle anlässlich des Mühlenfestes in voller Pracht (Foto: spr).

 

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